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Hintergrund Bodenchroma
Was ist ein Bodenchroma?

Ein Bodenchroma ist aus heutiger wissenschaftlicher Sicht ein Trennverfahren für bestimmte Stoffe. Aus einem mit Natronlauge hergestellten Bodenextrakt werden alle darin löslichen Stoffe mittels einer Rundfilter- oder auch Papierchromatografie mit Hilfe von Silbernitrat sichtbar gemacht.
Zu diesen Stoffen zählen Huminstoffe, Mineralstoffe und Nährstoffe, aber auch Schadstoffe und ein grosser Teil der lebenden Bodenorganismen. Gewisse Stoffe fliessen auf dem Rundfilter weiter als andere und hinterlassen je nach Menge, Zusammensetzung usw. ein charakteristisches Bild. Die Faktoren die diese Bildgestaltung beeinflussen sind äusserst vielfältig und komplex.
Ein Bodenchroma ist Ergänzung zu den sogenannt quantitativen Untersuchungen, also den chemischen Nährstoff- und Schadstoffanalysen, wo genaue Mengenangaben dieser Stoffe resultieren. Es zeigt die andere Hälfte der gesamten Wahrheit über einen Boden. Es zeigt die Seite des Lebens in einer Art und Weise, wie sie nicht einmal mit aufwändigen und teuren Bodenanalysen möglich wäre.

Grenzen des Bodenchromas

Bei richtiger Interpretation kann in einem Bodenchroma der Nährstofffluss, die Nährstoffreserven sowie der Mineralisationsgrad, also die vorliegende Form von Nährstoffen als Gesamtes beurteilt werden. Es sind jedoch keine Einzelnährstoffe, keine Spurenelemente und auch keine Schadstoffe wie Schwermetalle spezifisch erkenn- oder messbar. Nur die Auswirkung, die sie auf den Boden ausüben ist zu erkennen.
Bei Pestiziden ist es ähnlich. Gewisse Pestizide, besonders Herbizide mit hormoneller Wirkung, sind meist sehr gut erkennbar, da sie ebenfalls auf das Bodenleben einen sehr grossen, oft verherenden Einfluss ausüben. Andere Mittel, wie die heutigen spezifisch wirkenden Insektizide sind in einem Chroma nur bedingt zu erkennen.
Gut im Bodenchroma zu erkennen sind hingegen Verdichtungen und andere physikalischen Störungen im Boden mit ihren Auswirkungen auf den Boden. Ebenso gut ersichtlich ist der organische Teil des Bodens, besonders der lebendige Anteil davon, also die Menge, Variabilität und Aktivität der Bodenlebewesen.
Sogar in wissenschaftlichen Einrichtungen wie beispielsweise der zhaw Wädenswil, werden manchmal Bodenchromas für bodenkundliche Arbeiten eingesetzt. Durch fehlende Literatur und Vergleichsmöglichkeiten ist hier die Grenze für Bodenchromas oft die fehlende Möglichkeit oder Erfahrung für eine genaue Interpretation.


Fazit

Ob und wie diese Methode die "ätherischen Lebenskräfte" wiedergibt, wie sie Rudolf Steiner verstanden hatte, sei dahingestellt. Sie erfasst aber im Gegensatz zu den gebräuchlichen Nährstoffanalysen auch den lebendigen Teil des Bodens mit allen seinen Zwischenprodukten.
Beim Bodenchroma ist das Ergebnis wichtig, das Chroma selbst. Dass es so klare, aussagereiche und auch jederzeit reproduzierbare Bilder liefert.

Ein Bodenchroma zeigt den lebendigen - den zweiten Teil der Wahrheit eines Bodens!
Ein Bodenchroma deckt auf, was sonst verborgen bleibt!
Ein Bodenchroma bestätigt, wo nur Vermutungen vorhanden sind!
Ein Bodenchroma lässt viele Probleme im Boden sofort erkennen!
Geschichte

Die Anfänge des Bodenchromas gehen ins Jahr 1841 auf Justus von Liebig, den Begründer der Mineralstofflehre zurück. Die ersten Papier-Chromatographien wurden von seinem Zeitgenossen Friedrich Runge 1850 erstellt, deren Effekt er den «Bildungstrieb der Stoffe» nannte.
Dr. Ehrenfried Pfeiffer
Ende der dreissiger, Anfangs der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts hat sich der Chemiker und Bodenmikrobiologe Dr. Ehrenfried Pfeiffer mit chromatographischen Trennverfahren beschäftigt, um so Böden auf neue Art und Weise analysieren zu können.
Neben der Entwicklung der Bodenchromatographie stellte er fest, dass auch Lebensmittel auf die selbe Art untersucht werden können. Leider konnte er seine Arbeit nicht vollenden.
Die österreichische Landwirtfamilie Lübke lernte bald darauf im Pfeifferschen Institut in den USA diese Methode kennen und brachte sie nach Österreich. Im Jahre 1986 schrieben die zwei ORF-Fernsehredakteure Helmut Voitl und Elisabeth Guggenberger, die sich seit vielen Jahren in den Bereichen Landwirtschaft und Umweltschutz engagieren, das Buch «Der Chroma-Boden-Test». Durch dieses Buch wurde die Methode in Europa und in der restlichen Welt mehr verbreitet und an einigen Hochschulen sogar gelehrt. In grösseren Mass angewendet wurde diese Untersuchungsmethode in Europa aber nicht. Es entstanden einige Dissertationen, die auch die Wissenschaftlichkeit und Reproduzierbarkeit dieser Methode belegen.
An weiteren Orten wird diese Methode zur Kompostqualitätsanalyse verwendet. Doch wirklich durchgesetzt hat sie sich nicht. Anders zum Beispiel in Indien oder Südamerika. Da wird diese Methode, da sie sehr aufschlussreich und vom Materialaufwand eher kostengünstig, nur zeitintensiv ist, oft verwendet. In Indien wird das Bodenchroma zum Teil sogar mit Computerhilfe ausgewertet, um noch mehr Nuancen lesen zu können.
Reto Pola durfte diese einzigartige Methode 1991/1992 während seines Studiums an der Hochschule in Wädenswil in seinem Bodenkundepraktikum bei Dr. Hans Spichiger kennenlernen. Seither konnte er unzählige Bodenchromas erstellen und interpretieren. Das Schwierige ist und bleibt dabei die Interpretation, die viel Erfahrung und viel Gespür verlangt.
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